Ausfuhrbegleitdokument (ABD): Aufbau des Dokuments

Ausfuhrbegleitdokument (ABD): Aufbau des Dokuments

Nachfolgend erfahren Sie, welche Daten wir von Ihnen zur Erstellung des Ausfuhrbegleitdokument (ABD) brauchen. Sie erhalten einen detaillierteren Einblick in den Aufbau der deutschen Ausfuhranmeldung. Dies kann Ihnen helfen, um die Zusammenhänge und Angaben besser zu verstehen.

Durch einen Klick auf das nachfolgende Bild können Sie sich anschauen, wie ein typisches Ausfuhrbegleitdokument (ABD) aussehen könnte:

Ausfuhrbegleitdokument (ABD) - Muster

Doch nicht alle Felder des ABD müssen in Ihrem spezifischen Fall ausgefüllt werden. Welche Angaben werden also immer benötigt und welche nur in speziellen Fällen?

Beteiligten-Konstellation im Ausfuhrbegleitdokument (ABD)

Schauen wir uns dazu zunächst das im Beispiel zur Verfügung gestellte Dokument an (siehe Link oben).  Der Aufbau des Ausfuhrbegleitdokuments ist immer der gleiche: es sind die Beteiligten des Geschäfts aufgeführt und Details zur Ware.

Beginnen wir oben links, mit dem Feld Versender/Ausführer (Feld 2). Um zu verstehen, warum hier Versender und nicht Absender steht, ist es zunächst wichtig folgendes zu wissen. Im Speditionswesen ist der Versender derjenige, der die Ware tatsächlich versendet bzw. von wo aus die Ware ursprünglich verschickt wird. Die Ware wird beispielsweise von einer Firma in Hamburg nach New York verschickt. Der Spediteur/Transporteur sitzt in Bremen, ist also der Absender. Die Firma in Hamburg ist somit der Versender. Absender wäre hier die Speditionsfirma in Bremen. Doch auf dem Ausfuhrbegleitdokument (ABD) steht nicht einfach nur "Versender", sondern "Versender/Ausführer". Hier ist es also wichtig zu wissen, dass als Ausführer derjenige gilt, der die Verantwortung für die Ausfuhr der Waren übernimmt (mehr dazu hier).

Angenommen die Ware steht - um auf obiges Beispiel zurück zu kommen - bei einer Firma in Hamburg. Diese versendet die Ware zwar, handelt aber nur im Auftrag einer Firma in Belgien. Diese möchte die Ware dann letzten Endes nach New York verschicken. Massgebend ist der Ausführer. Das ist in diesem Fall die Firma in Belgien, welche in das entsprechende Feld eingetragen werden muss. Die Firma in Hamburg, bei der die Ware aber tatsächlich steht, wird im Dokument nicht auftauchen. Das bedeutet aber nicht, dass der Zoll nicht dennoch wissen möchte, wo die Ware sich befindet. Unter Umständen möchte dieser sich die Ware genauer anschauen und prüfen, ob es sich auch um die angemeldeten Güter handelt.

EORI-Nr. (Zoll-Nummer)

Benötigt wird also zum einen die Adresse des Ausführers, zum anderen die Ladeadresse (jeweils Firmenname + Anschrift). Für die Adresse des Empfängers benötigen Sie ausserdem noch eine sog. EORI-Nummer. Diese dient dazu, dass der Zoll den beteiligten zollrechtlich identifizieren kann. Ohne diese ist kein Export möglich, sofern Sie gewerblich handeln. Die EORI-Nummer können Sie kostenlos beim deutschen Zoll unter www.zoll.de beantragen.

Kommen wir zum nächsten Feld, dem Empfänger-Feld (Feld 8), direkt unter dem Feld "Versender/Ausführer". Geben Sie hier den Namen und die Adresse des tatsächlichen Warenempfängers an. Unter "Nr." können Sie auch hier wieder die EORI-Nummer des Empfängers eingeben, sofern dieser eine solche benötigt. Dies ist aber nicht zwingend nötig, da beispielsweise eine Firma ausserhalb der EU in der Regel keine EORI Nummer besitzt.

Im darunterliegenden Feld des Anmelders/Vertreters (Feld 14) sehen Sie die Adresse desjenigen, der die Anmeldung beim Zoll vorgenommen hat. Sofern Sie die Anmeldung selbst vornehmen, steht hier Ihre eigene Adresse. Andernfalls steht hier die Adresse des Zollagenten, da dieser Sie vertritt.

Angaben zum Beförderungsmittel und zur Ware

Im Feld 18 "Kennzeichen des Beförderungsmittels beim Abgang" tragen Sie das Kennzeichen des LKWs ein, der die Ware transportiert. Dieses Feld ist nicht zwangsweise auszufüllen. Oftmals ist das Kennzeichen dem Versender zum Zeitpunkt der Anmeldung noch gar nicht bekannt.

Feld 25 gibt den Verkehrszweig an der Grenze an. Das bedeutet, ob die Ware per LKW transportiert wird, per Flugzeug, per Schiff etc. - "33" steht hier für den LKW Transport.

Das Feld 35 steht für die "Rohmasse" der Ware (in Kilogramm). Als Rohmasse wird das Gesamtgewicht der Ware inkl. etwaiger Verpackungen und Paletten gesehen.

Angaben zu den Zollstellen und zum Verfahren

Feld 29 bezeichnet die Ausgangszollstelle, also die Zollstelle, bei der die Ware die EU verlässt. Dies kann zum Beispiel eine Zollstelle an der Grenze zur Schweiz oder an einem Hafen sein.

Unter "Nummer des Zollverschlusses", Feld S28 ist nichts einzutragen, da der Zoll dieses Feld ggf. selbst ausfüllt. Hiermit wird die sog. Nämlichkeitssicherung der Ware garantiert. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem anderen Beitrag zu den verschiedenen Zoll-Verfahren.

Somit haben wir also die linke Hälfte der ersten Seite des Ausfuhrbegleitdokument (ABD) zusammen ausgefüllt / behandelt.

In der rechten Spalte sehen wir im Feld 1 das Verfahren der Ausfuhr (mehr dazu hier). Dies kann z.B. die Ausfuhr der Ware aus der EU oder Ausfuhr in ein EFTA-Land sein etc. - und im Feld S 32 etwaige besondere Umstände.

Im Feld 3 "Vordrucke" sehen wir links die Zahl 1 und rechts die Zahl 2. Diese Angabe zeigt, wie viele Seiten das Dokument umfasst. Hier bedeutet dies also, dass wir uns auf Seite 1 von insgesamt 2 Seiten befinden.

Feld S00 ist ausgefüllt, sofern sicherheitsrelevante Daten mit der Ausfuhr übermittelt werden. Dies ist also für uns irrelevant, da es automatisch ausgefüllt wird.

Aufbau der MRN-Nummer + weiterführende Angaben

Oben rechts sehen Sie die MRN-Nummer, also die Movement Reference Number. Sie entspricht einem Code zur Nachverfolgung des Dokuments. Ähnlich wie beim Tracking einer Paket-Sendung, scannt jede Schnittstelle, also jede Grenze das Dokument. Dadurch ist später genau nachvollziehbar, wo die Ware die EU verlassen hat.

Die MRN ist wie folgt aufgebaut. 19 (die Zahl des Jahres, also hier 2019), DE für das Land und anschliessend die ersten 4 Stellen des Zollamts, welches das ABD ausgestellt hat. Das heisst also, dass 19DE586600822952E8 für ein Ausfuhrbegleitdokument (ABD) aus dem Jahr 2019 steht, das in Deutschland vom Zollamt mit der Nummer 5866 freigegeben wurde. Die nachfolgenden Nummern sind eine laufende Nummer sowie eine errechnete Kontroll-Ziffer.

Feld A, direkt darunter, zeigt nochmals die Zollstelle inkl. Adresse und Ausstellungsdatum.

Feld 5 zeigt die Anzahl der Zoll-Positionen, also wie viele verschiedene Warenarten die Sendung enthält. Die Anzahl der Packstücke der Sendung können Sie dem Feld 6 entnehmen, beispielsweise "10" für insgesamt 10 Paletten Ware. In Feld 7 erscheint die interne Bezugsnummer des Zolldienstleisters für diese Sendung / Anmeldung.

Alle weiteren Felder der ersten Seite sind automatisch ausgefüllt und bedürfen daher keiner weiteren Erklärung.

Zoll-Positionen: Warenbeschreibung und Zolltarifnummer

Im Feld 31 am Ende der Seite ist nun normalerweise noch die Ware genau benannt. Da es sich jedoch um eine ausführliche Beschreibung der Ware handelt, war der Textbaustein zu gross, um ihn auf der ersten Seite aufzuführen. Alle Positionen und Waren befinden sich daher auf Seite 2.

Dort finden Sie eine detaillierte Beschreibung der Ware inkl. Brutto/Nettogewicht und Zolltarifnummer und Verfahren.

Für die Erstellung des ABDs benötigen wir also auch, wie auf dem ABD ersichtlich die genaue Zolltarifnummer, die Warenbezeichnung, Gewichte und Unterlagen wie Rechnung und Lieferschein.

Gerne dürfen Sie uns vorab eine E-Mail schreiben an info@ausfuhrbegleitdokument.com oder uns anrufen, sodass wir gemeinsam besprechen können, welche Unterlagen Sie benötigen.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!